Servus München! – Ein Rückblick auf die Klassenfahrt der Berufsfachschule Hauswirtschaft, Ernährung und Textil

Von der Leine an die Isar: 32 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen für Ernährung und Hauswirtschaft sowie Textil erlebten vom 1. bis 5. Juni eine intensive und lehrreiche Woche in München. Zwischen beeindruckender Street Art, bewegender Geschichte im KZ Dachau und den glitzernden Kulissen der Filmstadt bot die Reise eine gute Mischung aus Bildung, Teamgeist und bayerischer Kultur.

Unsere Reise begann bereits „in Herrgottsfrühe“ mit der Zugfahrt Richtung Süden. Nach dem Einchecken in der bayerischen Landeshauptstadt starteten wir direkt mit einer ausgiebigen Erkundungstour durch die Münchener Stadt. Dass München eine Stadt der kurzen Wege ist, stellte sich als sportliche Herausforderung heraus: Mit über 15.000 Schritten auf dem Zähler hatten wir uns das Abendessen redlich verdient.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Perspektivwechsels. In einem Workshop zum Thema Zivilcourage lernten wir, nicht wegzuschauen, sondern aktiv zu handeln und für demokratische Werte einzustehen. Um diese oft schwierigen Szenen und den Mut zum Eingreifen darzustellen, bedienten wir uns der „kleinen Menschen“. Inspiriert vom britischen Streetart-Künstler Slinkachu inszenierten wir mit den Miniaturfiguren Situationen im öffentlichen Raum, die Zivilcourage sichtbar und greifbar machten. Diese künstlerische Inszenierung verdeutlichte uns, dass Zivilcourage oft eine Gratwanderung ist.

Ein zentraler und sehr bewegender Teil unserer Reise war die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Im NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz beschäftigten wir uns mithilfe des Audioguides mit der Thematik „Was hat das mit mir zu tun?“, der einen persönlichen Zugang zur lokalen Bedeutung des Nationalsozialismus ermöglichte. Am Mittwoch besuchten wir die KZ-Gedenkstätte Dachau. Pfarrer und Historiker Herr Mensing von der evangelischen Versöhnungskirche führte uns über das Gelände und brachte uns die Einzelschicksale von Menschen wie Martin Kieselstein, Georg Elser, Noorunisa Inayat Khan und dem aus Hannover verschleppten Heinz Schröter näher. Diese persönlichen Geschichten lösten bei uns viele Emotionen aus und machten das unvorstellbare Leid der damaligen Zeit greifbar.

Zum Kontrastprogramm gehörten die Besuche Münchener Wahrzeichen und moderner Technik-Highlights. Wir bestaunten die prachtvolle Anlage von Schloss Nymphenburg und nutzen sie in unseren schicken Outfits für Fotoshootings. Abends blickten wir in der Volkssternwarte München durch riesige Teleskope in den Himmel. Ein weiteres Highlight war die Bavaria Filmstadt: Bei einer Führung durch die 300.000 Quadratmeter große Filmstadt entdeckten wir Originalkulissen aus „Fack ju Göhte“ und „Das Boot“.

Den Abschluss bildete ein Besuch der BMW Welt und des BMW Museums. Hier konnten wir nicht nur die Mobilität der Zukunft bestaunen, sondern uns auch selbst in die neuesten Automodelle setzen und Technik hautnah erleben. Erschöpft, aber voller neuer Eindrücke und wertvoller Erfahrungen für unsere Klassengemeinschaft, traten wir am Freitag die Heimreise nach Hannover an.