Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ein voller Erfolg

Unsere Blühwiese bietet bedrohten Insekten Nahrung und Lebensraum, fördert die Artenvielfalt und setzt ein starkes Zeichen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung direkt an unserer Schule.

Im vergangenen Schuljahr haben die Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule Hauswirtschaft und Ernährung eine Blühwiese für gefährdete einheimische Insekten angelegt. Damit wird im Unterricht nicht nur theoretisch über Nachhaltigkeit gesprochen – hier wird Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), ein erklärtes Ziel des Niedersächsischen Kultusministeriums, aktiv gelebt und gleichzeitig ein Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDG), insbesondere Ziel 4 „Hochwertige Bildung“ und Ziel 15 „Leben an Land“, geleistet. Die Blühwiese ist ein wertvoller Lebensraum und trägt entscheidend zur Erhaltung der Biodiversität bei. Bei einer kürzlich durchgeführten Zählung wurden die aktuell blühenden Pflanzen bestimmt: Herbst-Anemone, Kerzen-Wiesenknöterich, Weißer Steinklee, Große Brennnessel, Nachtkerze, Wilde Malve, Weiße Lichtnelke, Rotklee, Rainfarn und Schmalblättriges Weidenröschen. Diese Pflanzen sind für viele Insektenarten überlebenswichtig, da sie verschiedenen Wildbienenarten, darunter auch solchen, die vom Aussterben bedroht sind, Nahrung bieten. Besonders der Rotklee stellt eine wertvolle Nektarquelle für Hummeln dar, während der Weiße Steinklee und die Nachtkerze von zahlreichen Wildbienenarten angeflogen werden. Eine besondere Rolle spielt der Kerzen-Wiesenknöterich, der von Juni bis Oktober blüht und damit eine wichtige Dauer-Nahrungsquelle für viele Insekten darstellt – vor allem in der späten Jahreszeit, wenn andere Blühpflanzen knapp werden. In den hohlen Pflanzenstängeln überwintern außerdem die Larven vieler Wildbienen, weshalb die Wiese nur einmal im Jahr, nämlich im Oktober, in Rücksprache mit einem Biologen des Schulbiologiezentrums geschnitten wird. Die Stängel werden dabei aufrecht gebündelt und gelagert, damit die Larven im nächsten Frühjahr sicher schlüpfen können. Auch die oft als „Unkraut“ verschmähte Brennnessel spielt eine zentrale Rolle, da sie eine wichtige Futterpflanze für die Raupen zahlreicher heimischer Schmetterlinge wie Admiral, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs ist.

Besonders erfreulich ist, dass die Arbeit nicht mit dem letzten Schuljahr beendet ist, sondern von der neuen Klasse weitergeführt wird. Damit bleibt die Blühwiese lebendig und zeigt eindrucksvoll, wie Bildung, Nachhaltigkeit und praktischer Artenschutz miteinander verknüpft werden können. Darüber hinaus steht das Projekt im Einklang mit den Aktivitäten der Stadt Hannover, die gemeinsam mit dem „Insektenbündnis Hannover“ selbst Blühwiesen anlegt und Flächen mit regionalem Saatgut bepflanzt. Auf diese Weise entsteht im gesamten Stadtgebiet ein Netz von Blühflächen, das Bienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten Nahrung und Lebensraum bietet. Durch die Nutzung regional angepasster Samenmischungen wird sichergestellt, dass die Pflanzenarten den Standortbedingungen entsprechen und heimische Insekten optimal versorgen. Die schulische Blühwiese reiht sich damit in die naturnahen Grünflächen der Stadt ein, die nicht nur im Maschpark oder an anderen öffentlichen Orten entstehen, sondern auch durch das Engagement junger Menschen direkt vor der Schultür wachsen. So zeigt sich, wie schulisches Handeln, kommunale Initiativen und globale Nachhaltigkeitsziele Hand in Hand gehen können – ein Gewinn für die Artenvielfalt, die Stadtgesellschaft und die Zukunft unserer Umwelt.