Klimaflucht hautnah: Angehende Hauswirtschafter*innen setzen sich mit globaler Gerechtigkeit auseinander

Die Auszubildenden des ersten Lehrjahres der Hauswirtschaft besuchten die Wanderausstellung „KLIMAFLUCHT“ in der BBS 3 Hannover und entdeckten, wie eng ihr künftiger Beruf und unser hiesiger Lebensstil mit den Schicksalen von Menschen weltweit verknüpft sind.

In der BBS 3 begegneten den Schüler*innen 21 lebensgroße Figuren, die eindrücklich die menschliche Seite der globalen Erderwärmung sichtbar machen. Jede dieser Figuren repräsentiert eine reale Biografie und berichtet in kurzen Audiobeiträgen über den Alltag, die Sorgen und die Hoffnungen von Menschen, deren Lebensgrundlagen weltweit bedroht sind. So konnten die Auszubildenden beispielsweise den Erzählungen eines Fischers aus dem Mekong-Delta oder eines Olivenbauern aus Griechenland lauschen, um die abstrakten Folgen der Erderwärmung besser zu begreifen. Ein zentraler Punkt der Auseinandersetzung war dabei der ökologische Fußabdruck, der verdeutlicht, wie viel Fläche der Erde jeder Mensch für seinen persönlichen Lebensstil beansprucht. Während ein nachhaltiger Wert bei etwa 1,63 Hektar pro Person liegen sollte, verbrauchen die Menschen aktuell im Durchschnitt tatsächlich 2,75 Hektar – also fast das 1,7-fache der Kapazität unserer Erde. Dieser globale Kontext wurde durch ein Arbeitsblatt vertieft, das die Schüler*innen dazu anregte, mithilfe von QR-Codes auf der Webseite der Deutschen Klimastiftung tiefergehende Informationen zu recherchieren. Dabei setzten sie sich intensiv mit Fachbegriffen wie der „umweltbedingten Migration“ und der „Klimagerechtigkeit“ auseinander, um die komplexen Zusammenhänge zwischen internationaler Klimapolitik und persönlichen Fluchtschicksalen zu verstehen. Die angehenden Hauswirtschafter*innen erstellten zudem Wirkungsketten, um aufzuzeigen, wie klimatische Veränderungen direkte Folgen für die Arbeit und das Lebensumfeld der betroffenen Personen haben. Besonders im Berufsfeld der Hauswirtschaft, in dem Entscheidungen über Ressourcenschonung und nachhaltigen Konsum täglich eine Rolle spielen, bot der Besuch wichtige Impulse für die eigene Verantwortung. Am Ende des Rundgangs stand die Erkenntnis, dass Klimaflucht kein fernes Problem ist, sondern untrennbar mit unserem Handeln verknüpft bleibt. Die Klimafluchtausstellung kann auch digital angesehen werden: www.klimaflucht.de