Fachbereich Berufseinstiegsschule

BVJ

BVJ - A

BEK

Projekte im BVJ - Auto, Boot, Freizeit - Messe Hannover 29.1. bis 6.2.2011

Zielgruppe des Projektes: die Klasse BVJ-D

Thema des Projektes: Projektthema/Untertitel: Präsentation und Verkauf von Werkstücken auf der Messe ABF ( Auto, Boot & Freizeit)

Ziele: Berufsfindung, Stärkung des Selbstbewusstsein und des Selbstwertgefühles der Schülerinnen

Inhalte: Erwerb/ Vertiefung der sozialen, kommunikativen und fachlichen Kompetenz, diese führt zu einer verbesserten Selbstreflexion der Schülerinnen

Durchführung/Ablauf:

August 2010

Das Projekt ABF findet seine ersten Vorbereitungen bereits auf der vorhergehenden ABF, in diesem Fall also im Januar 2010. Dort hat sich das Thema der diesjährigen ABF

 

Lavendel

   

 

   

Oliven

   
     

Sonnenflimmern

 

durch Gespräche unter Kolleginnen und Schülerinnen ergeben. So wurden die ersten Werkstücke für diese ABF bereits im Schuljahr 2009/2010 erstellt.

Das Projekt wird dann mit Beginn des neuen Schuljahres in den laufenden FP-Unterricht integriert. Die Schülerinnen werden bei der Einschulung darüber informiert, dass dieses Projekt ein Bestandteil des fachpraktischen Unterrichtes ist und eine Teilnahme  nur für Schülerinnen möglich ist, welche sich im FP-Unterricht durch gute Mitarbeit, Verlässlichkeit und gutes Arbeits- und Sozialverhalten bewiesen haben. Für die Schülerinnen sind diese Vorgaben ein Ansporn, an ihren Leistungen zu arbeiten. Durch die frühe Vorstellung des Projektes gelingt es aber, auch diese „einzufangen“. Wichtig ist, dass die Hauptanforderung der gute Wille und die Leistungsbereitschaft ist.

Abbildung 1: Eine Auswahl der Werkstücke

September 2010:

Die Schülerinnen bekommen Grundlagen der Farbenlehre vermittelt und anhand der erworbenen Kenntnisse werden gemeinsam mit den Schülerinnen die vorherrschenden Farben der ABF fest gelegt. In diesem Jahr sind es die Oliv/Violett/ Gelb-Farbtöne. Nachdem die Farbgebung fest stand, wurde überlegt, welche Werkstücke im Unterricht entwickelt werden können.
Fachpraxis -Theorie: Beginn der Arbeit an einem Kräuterbüchlein, welches durch die Schülerinnen erstellt worden ist. Es enthält Bilder und Beschreibung sowie ein kurzes Rezept der gängigsten Kräuter. Wir arbeiten mit schuleigenen Laptops, recherchieren im Internet, nutzen Fachliteratur. Die Kräuterbüchlein sollen auf der ABF verkauft werden.

Oktober & November 2010:

Es werden folgenden Werkstücke entwickelt, zunächst unabhängig von der ABF, um die Technik und Gestaltung einzuüben:

  • Formbinderei (Sisalherz, Heuherz)
  • der gebundene Kranz (Herbst, Advent)
  • der gesteckte Kranz (Advent)
  • Fenstergestaltung (Wiederholung Farbenlehre Window Colour)
  • Dekorieren von künstlichen und echten Pflanzen

Es werden Kräuter auf dem Großmarkt bestellt, da diese extra aus Italien importiert werden müssen.

Dezember 2010:

Es werden gezielt Werkstücke für die Messe gearbeitet. Die Schülerinnen lernen, dass jedes Werkstück einzigartig, fachlich korrekt und sauber gearbeitet werden muss. Es darf keine Rolle spielen, ob ein Werkstück 1 mal oder 5 mal gearbeitet wird. Der Anspruch an die genannten Kriterien bleiben die gleichen. Die Werkstücke werden mit Hilfe der Einkaufspreise und anhand der vorhandenen Einkaufsrechnungen durch die Schülerinnen kalkuliert. Dabei lernen die Schülerinnen, dass manches zu teuer ist und sich wahrscheinlich nicht verkaufen lässt. Da alle Werkstücke einer Artikelgruppe denselben Preis haben, ist es wichtig, das alle sich an die Vorgaben bezüglich des eingesetzten Materials halten. Die Schülerinnen haben so gelernt, aufeinander zu achten und haben sich, wo nötig, auch gegenseitig korrigiert.

Januar 2011:

Nun geht es in die „heiße“ Phase. Der Auf/Abbau wird geplant, Einsatzpläne für Schülerinnen und Kolleginnen werden erstellt. Es werden weiterhin Werkstücke produziert um die nötigen Gesamtstückzahlen zu erreichen( ca. 700 Stück). Die Pflanzungen mit frischen Kräuterpflanzen werden gepflanzt und gestaltet.

Abbildung 2: Halle 19, Stand G 86

26.1.2011:

Vorbereitung des Messeaufbaus durch zusammen stellen aller benötigten Dinge, als da wären:

  • Werkstücke, Transport sicher verpacken,

  • Staubsauger,

  • Kasse, Wechselgeld,

  • Verpackungsmaterial,

  • Werkstoffe zum Verarbeiten auf der Messe,

  • Werkzeuge, Draht, Klebesticks,

  • Schürzen, Lappen, Dekostoffe,

  • Gefäße, Glasplatten, Astwerk zur Standgestaltung,

  • Informationsmaterialien über Berufseinstiegsschule,

  • Stellwände,

  • Leiter, Holzstangen, Arbeitshocker,

  • Pflegemittel zur Pflanzenpflege,

  • Erste - Hilfe - Koffer, Handy, Notizzettel, Stifte,

  • Handtücher.

27.1.2011:

Beladen des Lastentaxis, welches dann direkt zur Messe fährt. Die Schülerinnen fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ebenfalls zur Messe.
Messeaufbau von 8.00 – 16.00 Uhr in der Halle 19, Stand G 86. Es ist kalt, es zieht und die Schülerinnen sind doch etwas erschrocken, als sie den leeren Stand sehen. Aber innerhalb von 4 Stunden ist eine Struktur zu erkennen und die Schülerinnen sind über sich selbst erstaunt, was man in 4 Stunden schaffen kann. Sie sind erschöpft, aber froh, etwas auf die Beine gestellt zu haben. Wir alle machen eine ½ Stunde Pause und dann arbeiten die Schülerinnen noch bis 14.00 Uhr weiter. Die BEK-D kam um 13.00 Uhr und so haben wir einen fließenden Übergang gehabt. Der Aufbau  wurde um 16.00 Uhr beendet.

Abbildung 3: Die Schülerinnen erstellen Werkstücke auf der Messe

28.1.2011:

Abbildung 4: Herr Regionspräsident Jagau mit Schülerin und Fachpraxislehrerin Frau Richter

Abbildung 5: Herr Regionspräsident Jagau mit Schülerin

Am 28.1.waren die Geschäftsführung der Messe-AG, Herr Regionspräsident Jagau mit Delegation und Presse am Stand unserer Schule. Die Schulleitung wurde durch Frau Algermissen, stellvertretende Schulleiterin, repräsentiert.

29.1.2011:

Standdienst war jeweils von 9.30 – 14.00 Uhr und von 13.30 – 18.00 Uhr. Pausen wurden nach Bedarf eingeschoben, 30 Minuten.

6.2.2011:

Der letzte Messetag ist immer etwas besonderes, zeichnet sich doch nun ab, hatten wir Erfolg, wurde gut verkauft, wie kamen die Werkstücke bei den Messebesuchern an?
In diesem Jahr haben wir mit der Themenwahl und den präsentierten Werkstücken offenbar ziemlich genau den Zeitgeist der Besucher getroffen. Es wurden 632 Werkstücke verkauft. Angefertigt und während der Messe gearbeitet wurden 702 Werkstücke.  

7.2.2011:

Messeabbau von 8.00-9.30 Uhr, mit Schülerinnen der BVJ-D, Transport aller Dinge durch ein Lastentaxi in die Schule.
Sichten, sortieren und wegräumen der Messerückläufer. Werkstücke werden im Lehrerzimmer zum Verkauf auf einem Tisch präsentiert.

8.2.2011:

Restliche Werkstücke werden im ANNA-Shop im Schaufenster dekoriert.

10.2.2011:

Während des Elternsprechtages werden nochmals ca. 20 Werkstücke verkauft.

14.2.2011:

Evaluation in allen Klassen.

Ziele:

Ziel der ABF ist es in erster Linie, den Schülerinnen aufzuzeigen, das ihre schulischen Leistungen nicht nur in Noten gemessen werden, sondern, dass es auch noch andere Wertungen gibt. Die Schülerinnen haben meist kein sehr ausgeprägtes Selbstbewusstsein und sie sind bei den ersten vorbereitenden Unterrichtsstunden von einer abwartenden, zögerlichen  Haltung. Im Laufe des vorbereitenden Unterrichtes, welcher im September einsetzt, bekommen sie mehr Zutrauen zu ihren eigenen Fähigkeiten und der Mut wird größer.
Die Atmosphäre während der ABF kommt der realen Berufswelt  nahe und so können die Schülerinnen für sich herausfinden, ob der Umgang mit Menschen etwas ist, was bei der zukünftigen Berufswahl eine Rolle spielen sollte. Es kommen Berufe im Einzelhandel oder im Handwerk in Betracht und einige Schülerinnen haben die ABF im Rückblick als hilfreich bei der Berufswahl empfunden. Sei es, das Stärken entdeckt wurden, oder dass die Entscheidung für oder gegen einen Beruf verstärkt wurde.

Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Ziel ist die weitere Stärkung der sozialen Kompetenz. Auf der ABF arbeiten die Schülerinnen in 4er-Gruppen. Dazu kommen 2 Lehrkräfte. Wir haben viel Raum für Miteinander und eigene Ideen der Schülerinnen. Dieses führt zu größerer Selbstkompetenz: Was traue ich mir zu, kann die Lehrkraft da mitgehen, können meine Mitschüler mir eine Hilfe sein? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen und das tatsächliche verbale Äußern und formulieren von Ideen werden von den Lehrkräften angeregt und unterstützt.

Abbildung 6: Pausen werden nach Bedarf gemacht

Auswertung:

Die Auswertung erfolgt auf mehreren Ebenen. Zum einen wird nach jedem Dienst der Schülerinnen eine kurze mündliche Reflexion durchgeführt. Die Resonanz ist  positiv, lediglich die körperliche Belastung durch das ungewohnte lange Stehen und der direkte Kundenkontakt werden hin und wieder als schwierig empfunden. Es gibt sehr häufig eine positive Reaktion der Kunden auf die Werkstücke und das professionelle Verhalten der Schülerinnen. Diese sind dann immer erstaunt und freudig überrascht.
Nach der ABF findet eine schriftliche Evaluation statt. Die Auswertung dieser Evaluation hat ergeben, dass alle teilnehmenden Schülerinnen gerne noch einmal an einem außerschulischen Projekt der BBS 7 teilnehmen würden. Häufig wurde geäußert, dass die Schülerinnen nicht gedacht hätten, das die ABF soviel Spaß macht. Sie entdecken an sich Fähigkeiten( Kunden bedienen, Geduld, körperlich belastbar sein, Durchhaltevermögen, freundlich sein), die sie bisher nicht bewusst wahrgenommen haben.
Das Wir-Gefühl unter den Schülerinnen wird  gestärkt, weil sie gerade bei diesem Projekt merken: die Einzelne ist wenig, aber ein paar von uns bilden eine tolle Arbeitsgemeinschaft.
Und letztlich, das darf nicht vergessen werden, hat die Beteiligung der BBS 7 an der ABF eine große Wirkung in der Öffentlichkeit. Die Berufseinstiegsschule kann hier ganz gezielt und in sehr positiven Umfeld vorgestellt werden. Die Gespräche mit Besuchern der Messe zeigen uns immer wieder, dass in der Öffentlichkeit ein die Möglichkeiten und Chancen der BES wenig bekannt sind. Die ABF ist eine Möglichkeit, daran zu arbeiten.

Abbildung 7: Wir sind alle stolz auf das, was wir geschafft haben!!!

Ansprechpartner:

Anna-Siemsen-SchuleBBS 7
Im Moore 38
30167   Hannover    
  

0511-168-44012

Koordinatorin Berufseinstiegsschule
BVJ & BEK Frau STD'in  D.Göcke     
           

0511-168-42103

Projektleitung
Frau LFP W.Kaun

0511-168-44012

Außerschulische Kooperationspartner:

Fachausstellungen Heckmann GmbH
Hannover/ Bremen
Postfach 26 65
30026  Hannover

Fa. Streich, Blumengroßmarkt Sehnde

NBV/UGA Blumengroßmarkt Sehnde

Stimmen von Schülerinnen aus dem BVJ:

  • Es hat uns auf der Messe sehr gut gefallen, weil man viel lernen konnte. Wir haben gelernt, wie man mit fremden Menschen umgeht.

  • Vorher waren wir uns nicht sicher, ob wir gut zurechtkommen würden. Aber es war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben, es hat prima geklappt!

  • Wir haben gedacht, dass wir mit der Kasse nicht klarkommen, aber wir haben es ganz gut hinbekommen und dann hat es sogar Spaß gemacht.

  • Es hat uns sehr viel Spaß gemacht.

  • Wir haben uns immer gegenseitig geholfen, wenn einer Hilfe brauchte. 

Die Schülerinnen der BVJ-D:
Jannina, Vivian, Anita, Melissa, Christina, Vanessa, Semra, Narges, Janina, Hajrija

 

 

 

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